Sport und Bewegung können die psychische Gesundheit verbessern, sind aber kein „Wundermittel“. Ein personenorientierter Ansatz ist erforderlich. Zu diesem Schluss kamen Forscher des Mulier Institutes auf der Grundlage einer Literaturrecherche zum Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit, Bewegung und Sport (Ooms, Van den Dool & Elling, 2020). Was das genau bedeutet, können Sie unten nachlesen.

Bewegung reduziert psychische Beschwerden
Regelmäßige Bewegung reduziert psychische Beschwerden wie Depressionen und Angstzustände. Dies gilt für Menschen mit leichten psychischen Beschwerden ebenso wie für Menschen mit einer psychischen Störung. Bei letzterer Gruppe sind die positiven Effekte noch größer. Sport zur Behandlung von (schweren) psychischen Beschwerden ist besser als keine Behandlung. Für Menschen mit leichten psychischen Beschwerden scheint Bewegung als Therapie ebenso gut zu wirken wie Psychotherapie oder Medikamente.

Sport hat Vorteile für die psychische und soziale Gesundheit
Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Sport und psychischer Gesundheit zeigen, dass Sportler weniger depressive Symptome haben, weniger Stress haben und mehr Selbstvertrauen haben als Gleichaltrige, die keinen Sport treiben. Darüber hinaus hat die sportliche Betätigung Vorteile für die „soziale Gesundheit“: Sportler haben bessere soziale Fähigkeiten und positivere Kontakte zu anderen Menschen als Nichtsportler[8,9]. Insbesondere der soziale Kontext von Mannschaftssportarten und organisierten Sportarten fördert die soziale Gesundheit. Wichtig ist auch, dass im (Mannschafts-)Sport mehr der Spaß und die Teilnahme als der Wettkampf im Vordergrund stehen[1].
Für Menschen mit (schweren) psychischen Beschwerden kann Sport eine wichtige Rolle im Genesungsprozess spielen. Es kann zum Beispiel helfen, fitter zu werden, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen, Struktur im Leben zu bekommen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Der eine mag Fußball, der andere geht lieber spazieren
Menschen mit (schweren) psychischen Beschwerden haben verschiedene Gründe, Sport und Bewegung (wieder) aufzunehmen. Diese Gründe sind denen der „gesunden“ Bevölkerung sehr ähnlich. Das sind Gründe wie Gesundheit zu verbessern, fitter und stärker zu werden, mehr Energie zu bekommen, Stress abzubauen, Selbstvertrauen zu gewinnen, Gewicht zu verlieren und schöner auszusehen. Die Präferenzen für bestimmte Sport- und Bewegungsaktivitäten sind jedoch individuell unterschiedlich. Der eine spielt zum Beispiel lieber Fußball, der andere geht lieber in der Natur spazieren.

Psychische Beschwerden behindern die Sport- und Bewegungsteilnahme
Obwohl Sport und Bewegung viele Vorteile bringen können, ist es für Menschen mit (schweren) psychischen Beschwerden nicht immer selbstverständlich, (wieder) Sport und Bewegung aufzunehmen. In dieser Hinsicht stoßen sie auf verschiedene Hindernisse. Diese haben oft mit der Art und Schwere der psychischen Beschwerden zu tun.

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